Composites in Construction Conference 2017 in Amsterdam

31.01.2017
  Kathedrale in Paris mit goldbeschichteten, glasfaserverstärkten Kuppeln Urheberrecht: Katerusha

Verbund.NRW-Kollegiat Dmytro Katerusha besuchte vom 31. Januar bis 01. Februar die Composites in Construction Conference 2017 in Amsterdam, eine internationale Konferenz für den Einsatz von Verbundstoffen im Bausektor. Führende Hersteller, namhafte Ingenieur- und Architektenbüros sowie Wissenschaftler diskutierten die Praxis, Potenziale und Grenzen des Einsatzes der Verbundstoffe im Bauwesen.

Der Fokus der Konferenz lag auf den Konzepten zum Einsatz der Verbundstoffe, wobei einerseits die ökonomische Effizienz und anderseits die ökologische Nachhaltigkeit gewährleistet sein sollen. Der Einsatz faserverstärkter Strukturen bietet nicht nur ökonomische Vorteile, sondern eröffnet auch innovative Designspielräume, die bei gängigen Materialien nicht gegeben sind.

Ein herausragendes Beispiel ist der Bau der russisch-orthodoxen Kathedrale in Paris: Durch eine enge internationale Kooperation zwischen Produzenten sowie Ingenieur- und Architektenbüros sind einzigartige Lösungen hinsichtlich Design, Produktion und Einbau goldbeschichteter glasfaserverstärkter Kuppeln entwickelt worden, die bezogen auf Nachhaltigkeitsaspekte, Designflexibilität und Kosten deutliche Vorteile aufweisen.

In zahlreichen persönlichen Gesprächen mit internationalen Vertretern der Branche wurden mögliche Hemmnisse beim Einsatz der Verbundstoffe diskutiert. Einige Aspekte:

  • Die Realisierung der Bauprojekte mit einem verstärkten Einsatz von Verbundmaterialien erfordert einen hohen Koordinationsausaufwand - daher ist eine Integration entlang der Wertschöpfungskette notwendig. Dies konnte beispielsweise während des Baus der russisch-orthodoxen Kathedrale erfolgreich demonstriert werden.
  • Vor allem kohlefaserverstärkte Produkte sowie Textilbeton bieten zwar deutliche Vorteile bezüglich Materialeinsparung und Flexibilität, sind jedoch ein ernstzunehmender Kostenfaktor - künftige Einsatzmöglichkeiten sind stark davon abhängig, inwiefern es den Herstellern gelingt, die Produktionskosten zu senken.
  • In der Baupraxis ist unter anderem eine geringe Regulierungsdichte als ein Hemmnis für den langfristig nachhaltigen Einsatz der Verbundstoffe identifiziert worden.