CFK-haltige Abfälle beim Round Table Entsorgungssicherheit

06.07.2017

Müllverwertungsanlage in Ingolstadt  

 

Der Arbeitskreis Energie aus Abfall lud am 6. Juli zum Round Table Entsorgungssicherheit ein. Verbund.NRW Kollegiat Jan Stockschläder , Lehr- und Forschungsgebiet Technologie der Energierohstoffe, moderierte dort den Thementisch CFK-haltige Abfälle. An der Veranstaltung nahmen Vertreter verschiedener Unternehmen, Wirtschafts- und Branchenverbände, der öffentlichen Verwaltung sowie von Hochschulen teil.

Die Pressemeldungen zu Carbonfasern zeigen aus Sicht der Produzenten und Abfallentsorger eine deutlich kontroverse Richtung. Journalisten nennen auf der Seite der Produzenten Superlativen wie „Wunderfasern“. Dagegen wird auf der Seite der Entsorgung von deutlichen Problemen zur Recyclingfähigkeit und fehlenden Entsorgungswegen für nicht recyclingfähige Fasern berichtet. Als besonders kritisch hervorzuheben ist dabei das Potential der Bildung lungengängiger Fasern bei thermischer Behandlung, wie z.B. in Müllverbrennungsanlagen. Der steigende Einsatz von CFK (aktuell etwa 115.000 t/a global) wird zeitlich versetzt zu höheren Abfallmengen von CFK führen. Der CFK-haltige Abfall ist dabei unterschiedlich in seinen Eigenschaften. Die Abfälle können in trockene (Fasern ohne Kunststoffmatrix) und nasse (Fasern mit Kunststoffmatrix) Abfälle eingeteilt werden. Mögliche Behandlungswege sind von der Beschaffenheit des Abfalls abhängig. In den Diskussionsrunden standen vor allem der steigende Anteil im Restabfall und die Faserproblematik bei der Müllverbrennung im Vordergrund. Die Teilnehmer waren sich darin einig, dass die getrennte Erfassung entsprechend eingeführt werden muss. Zur getrennten Erfassung muss dabei vor allem zunächst eine entsprechende Abfallschlüsselnummer eingeführt werden. Kontrovers diskutiert wurde daraufhin die Frage der Gestaltung der getrennten Erfassung und weiterer Punkte zur Verbesserung des Recyclings. Gesprächspunkte waren dabei die Herstellerverantwortung, Stärkung der Ökodesignrichtlinie, Kennzeichnungspflicht für CFK, Förderung der Entwicklung von Sortiertechnologien, Aufbauen eines engen Erfassungsnetz etc.

Zusammenfassend kann berichtet werden, dass das Thema der Entsorgung dieses neuen Werkstoffs ein sehr heikles Thema ist, da die Abfallbranche dabei vor allem durch das Ansprechen der Problematiken als innovationsfeindlich erscheinen kann. Letztendlich ist eine endgültige Bewertung zurzeit noch nicht möglich, da verschiedene Punkte wie die Untersuchung des thermischen Verhaltens in Feuerungen oder Weiterentwicklung von Verarbeitungstechniken für rCF in der Textilindustrie abzuwarten sind.

(UmweltCluster Bayern)