VerKlär²

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Matthias Schnell

Arbeitsgruppenleiter Biomasse

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Im Projekt VerKlär² soll die umweltgerechte, dezentrale und energetische Klärschlammverwertung in einer Wirbelfeuerung für kommunale Kläranlagen der Größenklasse 4a mit 10.000-50.000 Einwohnerwerten am Beispiel des Standortes Haßfurt erprobt und demonstriert werden.

Durch die Novellierung der Klärschlammverordnung ergibt sich ein erhöhter Bedarf an Monoverbrennungskapazitäten. Als dezentrales Verfahren zur Klärschlammverbrennung kann die Wirbelfeuerungstechnologie einen wichtigen ökologischen Beitrag leisten. Das breite Einsatzspektrum verwertbarer Brennstoffe der patentierten Technik erlaubt eine Flexibilisierung der Energiebereitstellung durch den Einsatz weiterer biogener Reststoffe, um Schwankungen in der Brennstoffbereitstellung abzufangen und störende Auswirkungen auf die lokale Energieversorgung zu verhindern. Prozessseitige Vorteile bietet die emissionstechnische Optimierung durch Etablierung unterschiedlicher Verbrennungszonen zur primärseitigen Absenkung von Stickoxidemissionen. Durch Additivierung des Klärschlamms kann eine Minderung der Schadstoffbeladung der Aschen direkt im Feuerraum erreicht werden. Auf dieser Basis ist die Erzeugung eines geeigneten Edukts für ein künftiges Phosphor-Recycling möglich. Die Technik der Wirbelfeuerung ist bereits im Prototyp für Klärschlamm erprobt, jedoch bisher nicht in die Praxis umgesetzt. Die technische Zielsetzung des Projekts umfasst die Konzeption, Umsetzung, Inbetriebnahme, technische Prüfung/Optimierung und langfristige Demonstration einer Wirbelfeuerung als modulares Verbrennungsaggregat für Klärschlamm. Die Ergebnisse dienen der Etablierung dieses dezentralen Verwertungsverfahrens für Klärschlamm und weitere biogene Reststoffe, mit vollständiger Einkopplung der Prozesswärme in die Infrastruktur der Kläranlage, zur Trocknung der Schlämme und Beheizung der Betriebsgebäude. Ziel ist eine autarke Energieversorgung der Kläranlage durch die intelligente und flexible Kombination der Klärschlammverbrennung mit der Klärgasverstromung.

Das TEER übernimmt im Projekt die praktischen Untersuchungen zur Klärschlammverbrennung in stufenweiser Skalierung vom Technikumsmaßstab über einen bestehenden Prototyp der Wirbelfeuerungsanlage bis zur Inbetriebnahme der Praxisanlage am Standort Haßfurt. Dies beinhaltet den Betrieb, die messtechnische Begleitung und die Auswertung ausführlicher Versuchskampagnen sowie deren Einbindung in den Planungsprozess.

Partner im Projektkonsortium sind die Stadt Haßfurt, das Institut für Energietechnik an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden sowie die Firma Spanner Re² GmbH. Das Projekt wird unter dem Förderkennzeichen 03EI5428B vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms für 3,5 Jahre gefördert.