Verbund.NRW Symposium 2018

  Posteraustellung im SuperC Urheberrecht: Kirsten Stark
18.06.2018

Am 4. Juni 2018 kamen rund 45 Teilnehmer aus Wissenschaft und Praxis auf dem Symposium des Fortschrittskollegs Verbund.NRW zusammen, um sich über den ressourcenschonenden Einsatz von Verbundmaterialien auszutauschen und zu informieren. 

 

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Kollegsprecher Herr Professor Quicker. Im Anschluss richtete Frau Munsel aus dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft ihre Grußworte an die Teilnehmenden. Hierbei kam sie auf die Idee hinter den Fortschrittskollegs zurück: Ziel sei es, in einem lernenden Prozess die Wissenschaft einzelner Fachbereiche ins Gespräch zu bringen und gleichzeitig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auszubilden, die in der Lage sind, neben der wissenschaftlichen auch die praktische Perspektive zu verstehen und zu berücksichtigen. Frau Munsel kündigte die Umbenennung der Fortschrittskollegs in "Forschungskollegs" an. Zwischen den Vorträgen und an den Postern ergaben sich spannende Diskussionen rund um die Promotionsvorhaben und ihre Fortschritte und bei einem gemeinsamen Imbiss gab es die Gelegenheit neue Kontakte zu knüpfen.

Vorab der Vorträge und den Posterpräsentationen gab die Koordinatorin Sonja Stahn eine Einführung in die übergreifende Thematik des Kollegs sowie einen Rückblick auf durchgeführte Aktivitäten. Verschiedene Verbundmaterialien, unter anderem carbonfaserverstärkte Kunststoffe (CFK), Textilbeton, Wärmedämmverbundsysteme oder nicht-tragende intelligente Wandsysteme werden im Kolleg kritisch aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und im Kreislauf der Wertschöpfung gedacht. In Ihren Promotionsprojekten bearbeiten die Kollegiatinnen und Kollegiaten spezifische technische, soziotechnische, wirtschaftliche und ökologische Fragestellungen und möchten Fortschritte in Richtung einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft gestalten.

Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts analysierten und reflektierten Adjan Hansen-Ampah (Technik- und Organisationssoziologie) und Franziska Meyer (Institut für Infrastruktur - Wasser - Ressourcen - Umwelt) mit Hilfe einer Netzwerkanalyse die Arten der Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Promovierenden im Kolleg. Die ersten Ergebnisse stellten sie gemeinsam vor.

Ein Schwerpunkt im Kolleg ist die Thematik der faserverstärkten Kunststoffe (FVK). Um zukünftig anfallende Abfallmassen und Arten des Stoffstroms aus verschiedenen Branchen abschätzen zu können, arbeiten Valentin Sommer (Lehrstuhl für Operations Management) und Jan Stockschläder (Technologie der Energierohstoffe) gemeinsam daran, eine Massenprognose aufzustellen und das stoffstrombasierte Potential zu analysieren. Sie wollen in einem intensiven Austausch eine Datenbasis zum zukünftigen Aufkommen von FVK-Abfällen schaffen.

In weiteren Vorträgen im Tandem ging es um die praxisnahe Zusammenarbeit: Hierfür wurden die Akteure aus der Praxis eingeladen, zusammen mit den Kollegiatinnen und Kollegiaten vorzutragen. Sebastian Halfmann (Baubetrieb/Projektmanagement) stellte zusammen mit seinem Praxispartner im Vortrag „Planen und Bauen von hybriden Gebäudestrukturen: Chancen und Risiken in der Praxis“ die Hybridbauweise mit Holz vor. Der verstärkte Einsatz von Holz kann große Vorteile bieten, erfordert jedoch einen gut organisierten und integralen Planungs- und Abwicklungsprozess. Herr Halfmann begleitet einige Projekte im Rahmen seiner Dissertation und untersucht auf der Baustelle den Umgang mit Verbundkonstruktionen.

Magdalena Kimm (Institut für Textiltechnik) berücksichtigt in ihrem Projekt Nachhaltigkeits- und Ressourceneffizienzkriterien bei der Herstellung und Produktion. Zusammen mit ihrem Praxispartner aus den Niederlanden stellte sie die Ergebnisse ihrer Studie bezogen auf die Herstellung von glasfaserverstärkten Betonplatten vor und berichtete wie sich der Produktionsprozess ressourceneffizienter und nachhaltiger gestalten lässt. Im Vortrag von Martin Simons (Institut für Aufbereitung und Recycling) und seinem Praxispartner ging es um den Stoffstrom Wärmedämmverbundsysteme, kurz WDVS. Die Einsparung von Energie durch WDVS wurde der Recyclingfähigkeit des Verbundmaterials gegenübergestellt. Gerade EPS-Hartschaum und Mineralwolle als Bestandteile von WDVS verhalten sich bei einer Wiederverwendung und Entsorgung problematisch. Erste Lösungsansätze für eine selektive und sortenreine Zerkleinerungsmethodik wurden präsentiert.

Die Fortschritte in den einzelnen Promotionsvorhaben wurden in einer Postersession vorgestellt und an den Postern individuell diskutiert, sodass die Kollegiatinnen und Kollegiaten konstruktives Feedback zu ihren Promotionsvorhaben von Seiten der Wissenschaft sowie der Praxis erhielten.

Abschließend gab Frau Professorin Flamme in ihrem Vortrag „Auf dem Weg in die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen“ Impulse für die Weiterentwicklung einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft und stellte Herausforderungen und erste Lösungsansätze dar.